Was ist Reizdarm?

Von ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) spricht man bei Unterbauchschmerzen, einhergehend mit Stuhlunregelmässigkeiten wie Durchfall oder Verstopfung, und unangenehmen bis schmerzhaften Blähungen und Unterbauchkrämpfen.

Der ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)), auch genannt Colon Irritabile oder englisch „irritable bowel syndrome“ ist eine funktionelle Störung des Magen-Darm-Traktes. Funktionell bedeutet, dass nach sorgfältiger Abklärung keine offensichtliche Ursache der Beschwerden (wie z.B. eine Entzündung oder DarmkrebsKrebs des Dickdarms (Colon). Zweithäufigster Krebs, der sich durch. Erkennung und Entfernung von Darmpolypen verhindern lässt.) gefunden wird.

Ich glaube ich habe einen Reizdarm. Muss ich jetzt zum Arzt?

Ein ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) ist eigentlich harmlos und führt nicht zu einem bleibenden Schaden. Allerdings man muss erst einmal wissen, ob es wirklich „nur“ ein ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) ist oder ob einer andere Ursache den Beschwerden zugrunde liegt. Wir raten deshalb allen Patienten, dass Sie auf jeden Fall den Hausarzt konsultieren sollten und nicht nur eine Selbstbehandlung aus der Apotheke starten.

Mein Arzt sage ich habe „nur“ einen Reizdarm. Ist das „nichts“?

Ein ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) ist nicht „nichts“. Obwohl ungefährlich, können die Symptome wie Unterbauchschmerzen oder starke Blähungen, oft einhergehend mit Stuhlunregelmässigkeiten (Durchfall, Verstopfung), für Patienten sehr belastend sein. Frustrierend ist ebenfalls oft, dass man von mehrere Ärzten und sogar Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen gesehen wird, bevor die Diagnose gestellt wird.

Habe ich Reizdarm oder kann es etwas anderes sein?

Die Diagnose eines Reizdarms wird aufgrund der typischen Beschwerden gestellt. Nach internationaler Übereinkunft spricht man davon wenn die Beschwerden für mindestens 3 Monate im vergangenen Jahr bestanden haben und wenn keine Hinweise für eine organische Ursache der Beschwerden vorliegen. Leider gibt es keinen einzelnen einfachen Test für diese Krankheit. Je nach Symptomausprägung müssen andere Krankheiten ausgeschlossen werden. Welche das sind, entscheiden Ihr Hausarzt oder Ihre Facharzt für Gastroenterologie. Wichtig abzugrenzen sind entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus CrohnEntzündliche chronische Darmerkrankung und Colitis Ulcerosa, Karzinome, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. MilchzuckerunverträglichkeitUnverträglichkeit von Milchzucker, bei der genetisch bedingt das Enzyms Lactase im Dünndarm fehlt. Deshalb kann der Miichzucker nicht aufgenommen werden und bleibt im Darm. Führt zu Durchfall, Bauchschmerz und Blähungen., SprueZöliakie. Allergie gegen Gluten in Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste), die zu einem Abbau der Darmzotten führt und bei vielen, aber nicht allen Patienten zu Symptome wie Durchfall oder Blutarmut hervorruft.), Erkrankungen der Leber, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse sowie Stoffwechselkrankheiten der Schilddrüse und Diabetes Mellitus.

Welche Untersuchungen muss der Arzt durchführen, um die Diagnose stellen zu können?

Diese Frage muss vom Arzt individuell für jeden Patienten entschieden werden, schliesslich ist der ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) einerseits eine Ausschlussdiagnose, andererseits müssen gewissen Symptome vorhanden sein, um die Diagnose eines Reizdarms stellen zu können. Wenn z.B. AlarmsymptomeSymptome, die den Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung lenken und weitergehende Untersuchungen erforderlich machen (z.B. Blut im Stuhl, Fieber, Gewichtsverlust und andere) wie eine BlutarmutAnämie, kleine oder zu wenige rote Blutkörperchen, gemessen als Hämoglobin und/oder Erythrozyten oder ein Gewichtsverlust bestehen, sind eine Magen- und DarmspiegelungKoloskopie. Spiegelung (=Endoskopie) heisst optische Untersuchung vom Körperinneren. Bei der Darmspiegelung wird der Dickdarm (Colon) mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Dieses wird vom After aus eingeführt. neben Bluttests und spezialisierten Röntgenuntersuchungen vonnöten. Sind keinerlei AlarmsymptomeSymptome, die den Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung lenken und weitergehende Untersuchungen erforderlich machen (z.B. Blut im Stuhl, Fieber, Gewichtsverlust und andere) vorhanden, kommt man mit weniger Untersuchungen aus. Dies bespricht Ihr Hausarzt mit Ihnen – auch, ob er Sie für weitere Untersuchungen an einen Facharzt für Gastroenterologie oder sogar in eine spezialisierte Reizdarmsprechstunde schickt. Generell wichtige Untersuchungen vor Diagnose eines Reizdarms beinhalten Bluttests, Stuhluntersuchungen, Darm- und ggfs. Magenspiegelung, Ultraschalluntersuchungen des Bauches und bei Frauen eine gründliche gynäkologische Untersuchung inklusive Ultraschall.

Ich hatte früher keinen „Reizdarm“, warum jetzt?

ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) tritt meist bei jüngeren Patienten (ab dem 16-25. Lebensjahr) und häufiger bei Frauen auf, kann aber prinzipiell in jedem Lebensalter entstehen. Nicht selten lässt sich der Beschwerdebeginn mit Ereignissen wie z.B. einem ausgeprägten Magen-Darm Infekt bei Auslandsreise oder auch ein emotional einschneidendes Erlebnis (Tod einer nahestehenden Person, Arbeitsplatzbelastung) zusammenbringen. Ein ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) ist zudem eine häufige Erkrankung – man geht davon aus dass 10-15% der Bevölkerung davon betroffen sind.

Ich kenne jemanden, der auch sagt er habe einen Reizdarm. Seine Beschwerden sind aber ganz anders!

ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) kann sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Gemeinsam sind per Definition Bauchschmerzen und ein verändertes Stuhlverhalten, was Durchfall, aber auch Verstopfung, oft vergesellschaftet mit unangenehmen Blähungen, bedeuten kann. Akute, neu aufgetretene Beschwerden, qualifizieren nach den aktuell gültigen Empfehlungen (ROME III Richtlinien) erst dann für die Diagnose eines Reizdarms, wenn Sie über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten auftreten und zuerst vor über 6 Monaten auftraten.

Die Bauchschmerzen sind meist im Unterbauch lokalisiert, gelegentlich aber auch über den gesamten Bauch verteilt, häufig krampfartig und in ihrem Ausmass zwischen mild und schwer wechselnd.

Wie entsteht Reizdarm?

Die genaue Ursache des Reizdarms ist unbekannt. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren bei der Entstehung dieser funktionellen Störung eine Rolle, die auch nicht für alle Patienten gleich sind. Verschiedene Ursachen werden seit Jahren diskutiert. Eine grosse Rolle scheint die sogenannte „viszerale Hypersensibilität“ zu spielen. Dies bedeutet, dass das Nervensystem des Darms, welches übrigens mehr Nervenzellen als das Gehirn besitzt, auf Reize, wie z.B. eine Dehnung des Darms, sensibel reagiert. Dies kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden: Am Darm selber, auf vermittelnden Nervenbahnen auf dem Weg zum Gehirn oder im Gehirn. Bei manchen Patienten können zudem Änderungen der Beweglichkeit des Darms (zu viel, zu wenig, oder ineffizient) in wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt werden, die aber für die Diagnosestellung bei Patienten in der Klinik noch keine Rolle spielen. Für diese Veränderungen gibt es äussere Einflussfaktoren wie Stress oder Darminfekte, aber auch körpereigene Einflussfaktoren, wie hormoneller Status und familiäre Belastung. Auch wenn z.B. der Darminfekt abgeheilt ist, können danach noch jahrelang Beschwerden, durchaus auch mit symptomfreien Intervallen, auftreten.

Welche Bedeutung haben Nahrungmittelunverträglichkeiten, wie z.B. eine Sprue (Zöliakie) und Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz)?

Eine ZöliakieSprue. Allergie gegen Gluten in Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste), die zu einem Abbau der Darmzotten führt und bei vielen, aber nicht allen Patienten zu Symptome wie Durchfall oder Blutarmut hervorruft. muss bei Patienten mit Reizdarmsymptomen ausgeschlossen werden, insbesondere bei denen mit DiarrhoeDurchfall; definiert als häufige sehr flüssige Stuhlentleerungen (>3 pro Tag). (Durchfall). Hierfür kann eine Blutuntersuchung wichtige Hinweise geben, bei manchen Patienten ist zusätzlich eine Magenspiegelung nötig. Eine gluten-freie Diät ohne vorherige ärztliche Abklärung ist nicht sinnvoll, da Sie teuer, ggfs einseitig, unnötig und belastend sein kann. Gelegentlich verbessert die gluten-freie Kost sogar die Beschwerden, ohne dass eine SprueZöliakie. Allergie gegen Gluten in Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste), die zu einem Abbau der Darmzotten führt und bei vielen, aber nicht allen Patienten zu Symptome wie Durchfall oder Blutarmut hervorruft. vorliegt, so dass die Leute dann nicht wissen, ob sie eine derartige aufwendige Diät ihr ganzes Leben lang einnehmen müssen.

Eine Laktoseintoleranz, also die Unverträglichkeit von Milchzucker, kann Symptome wie ein ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) machen. Die häufigste Ursache ist ein Mangel an Laktase. Laktase spaltet Milchzucker im Dünndarm. Wenn dies nicht geschieht, kommt es zu Durchfall und Blähungen ab einer gewissen Menge an Milchzucker, die individuell unterschiedlich ist. Neben einer genetischen Testing auf Lactasemangel können Atemtest oder ein Laktoseverzicht für einen definierten Zeitraum hilfreich sein. Wenn man 6 Wochen ganz auf Milchzucker verzichtet (idealerweise mit Hilfe einer Ernährungsberatung) und die Symptome bestehen weiter, dann ist Milchzucker nicht das (einzige) Problem. Man darf nicht vergessen, dass es hier auch Überlappungen gibt, sprich: ein Reizdarmpatient kann einen ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) UND eine Laktoseintoleranz haben.

Inzwischen weiss man, dass viele Reizdarmpatienten auf verschiedene Arten von Zuckern, also nicht nur Milchzucker, empfindlich reagieren können. All diesen Zuckerverbindungen (Fruchtzucker z.B.)  ist gemeinsam, dass Sie vom Dickdarm unter Gasbildung abgebaut werden. Diese Zucker nennt man FODMAP´s. Eine FODMAP´s freie Ernährung kann hier vielen Patienten helfen.

Was sind FODMAP’s?

FODMAP´s steht für „Fermentable Oligo, Disaccharide, Monosaccharide and Polyols“. Dies sind Zuckerverbindungen aus Nahrungsmitteln wie Gemüse, Obst und Brot, aber auch künstlichen Süssungsmitteln. Diese können Reizdarmpatienten Beschwerden machen, indem durch Fermentierung im Dickdarm Gase entstehen, die den Darm schmerzhaft dehnen oder die zu Durchfall führen können. Von einer FODMAP’s armen Ernährung profitieren viele Reizdarmpatienten. Eine derartige Diät sollte man allerdings immer mit einer professionellen Ernährungsberatung machen, damit man sich nicht einseitig und damit mangelernährt.

Ist die Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fructoseintoleranz) eine Ursache für Reizdarm?

Fructose kann Reizdarmsymptome machen. Allerdings betrachtet man heutzutage die Fructose nicht mehr isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen ähnlichen Zuckerverbindungen (Fructans, Laktose, Laktulose, usw.). Fructose gehört zu den FODMAP´s. Eine spezifische Testung auf Fructoseunverträglichkeit wird nur noch selten durchgeführt. Meist wird das oben beschriebene FODMAPS´s Prinzip angewandt.

Ist eine Darmspiegelung immer notwendig?

Diese Entscheidung kann nur nach genauer Kenntnis der Symptome, der Risikofaktoren des Patienten und bereits erfolgter Abklärungen getroffen werden. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Generell gilt: Eine DarmspiegelungKoloskopie. Spiegelung (=Endoskopie) heisst optische Untersuchung vom Körperinneren. Bei der Darmspiegelung wird der Dickdarm (Colon) mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Dieses wird vom After aus eingeführt. wird in den meisten Fällen indiziert sein. Die Symptome von ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) und von anderen Darmerkrankungen können sehr ähnlich sein. Bei Vorliegenden von Alarmsymptomen, wie z.B. Blut im StuhlSichtbar als frisches Blut oder durch Schwarzfärbung des Stuhles oder okkult (d.h. unsichtbar und nur durch spezielle Untersuchung nachweisbar) oder Gewichtsverlust, muss eine DarmspiegelungKoloskopie. Spiegelung (=Endoskopie) heisst optische Untersuchung vom Körperinneren. Bei der Darmspiegelung wird der Dickdarm (Colon) mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Dieses wird vom After aus eingeführt. durchgeführt werden. Da DarmkrebsKrebs des Dickdarms (Colon). Zweithäufigster Krebs, der sich durch. Erkennung und Entfernung von Darmpolypen verhindern lässt. auch Symptome wie ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) hervorrufen kann und DarmkrebsKrebs des Dickdarms (Colon). Zweithäufigster Krebs, der sich durch. Erkennung und Entfernung von Darmpolypen verhindern lässt. immer noch einer der häufigsten Krebserkrankungen ist, ist der Entscheid zur DarmspiegelungKoloskopie. Spiegelung (=Endoskopie) heisst optische Untersuchung vom Körperinneren. Bei der Darmspiegelung wird der Dickdarm (Colon) mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Dieses wird vom After aus eingeführt. häufig sehr rasch gestellt und unumstritten. Auch bei Menschen ohne jegliche Symptome wird ab dem 50sten Lebensjahr eine DarmspiegelungKoloskopie. Spiegelung (=Endoskopie) heisst optische Untersuchung vom Körperinneren. Bei der Darmspiegelung wird der Dickdarm (Colon) mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Dieses wird vom After aus eingeführt. empfohlen. Dabei spielen neben den Symptomen auch noch andere Kriterien, wie Alter und Erkrankungen in der Familie eine wichtige Rolle. Oft ist auch die berechtigte Angst des Patienten wegen der Ungewissheit der Diagnose ein sehr wichtiger Grund eine DarmspiegelungKoloskopie. Spiegelung (=Endoskopie) heisst optische Untersuchung vom Körperinneren. Bei der Darmspiegelung wird der Dickdarm (Colon) mit einem flexiblen Endoskop untersucht. Dieses wird vom After aus eingeführt. durchzuführen. Da diese Untersuchung in grosser Zahl ausgeführt wird und sie bei Bedarf in völliger Schmerzfreiheit gemacht werden kann, ist Sicherheit und Akzeptanz sehr hoch, was ebenfalls zu der grosszügigen Indikationsstellung beigetragen hat.

Gibt es Medikamente gegen Reizdarm?

Zu Anfang einer Therapie eines Reizdarms gilt es die Hauptbeschwerden des Patienten zu benennen. An Sie angepasst kann dann eine stufenweise medikamentöse Therapie erfolgen. Als Basistherapie eines Reizdarmes, insbesondere bei ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) mit Verstopfung, hat sich die Stuhlregulation bewährt. Einfache Ballaststoffe wie Kleie oder Leinsamen sind für Reizdarmpatienten oft problematisch, da Sie zu Gasbildung, Blähungen und damit Schmerzen führen können. Nicht fermentierbare Produkte wie Polyethylenglykolderivate (Movicol, Transipeg) oder Sterculia (Normacol, Colosan) werden meist besser vertragen und können über längere Zeit eingesetzt werden.

Beim ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) mit Verstopfung, der mit einfacher Stuhlregulation nicht ausreichend behandelt ist, stehen mit Constella und Amitiza neue Medikamente zur Verfügung, die in grossen Studien sowohl eine Verbesserung der Stuhlgewohnheiten wie auch von Bauchschmerzen und Blähungen zeigen konnten.

Bei Patienten mit ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) und Durchfall können Gallesäurebinder (z.B. Quantalan), lokal wirkende Opiode (Loperamid) und tief-dosiert Serotoninrezeptor-Modulatoren (Ondansetron) eingesetzt werden.

Bei Patienten mit abdominellen Krämpfen haben sich SpasmolytikaKrampflösende Medikamente., also krampflösende Medikamente, wie Duspatalin und Buscopan bewährt. Hier stehen auch Naturpräparate wie das krampflösende Pfefferminzöl (Colpermin) zur Verfügung, auch Iberogast kann helfen.

Bei Patienten mit starken Blähungen kann in ausgewählten Fällen eine darmselektive antibiotische Therapie mit einem nicht-resorbierbaren Antibiotikum wie Rifaximin (muss im Ausland bestellt werden) eine Option darstellen. ProbiotikaLebensfähige Mikroorganismen als Nahrungsbestandteile. können ebenfalls wirksam sein; in der Schweiz sind Mutaflor und Perenterol erhältlich.

Stehen Schmerzen auch nach genannten Massnahmen weiter im Vordergrund, haben tief-dosiert eingesetzte AntidepressivaMedikamente gegen Depression (Schwermütigkeit). eine gute Wirksamkeit (z.B. Amitryptilin).

Ich habe Reizdarm – MUSS ich Medikamente nehmen?

Nein. Generell geht es beim ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) um Symptomkontrolle. Solange diese für den Patienten genügend ist, ist keine weitere Therapie nötig. Allgemeinmassnahmen sind immer unterstützend, manchmal sogar ausreichend für die Behandlung eines Reizdarms.

Hierzu zählen ausreichend körperliche Bewegung (bereits 3x30 Minuten/Woche leichte körperliche Betätigung zeigte in einer Studie positive Effekte) und ein Verständnis für die eigene Krankheit. Eine gute Beziehung zum behandelnden Arzt ist ebenfalls von Vorteil.

Vor oder zumindest begleitend zu einer medikamentösen Therapie sollten Nahrungsmittelunverträglichkeiten diskutiert werden. Viele Patienten mit Blähungen und Unterbauchschmerzen profitieren von einer FODMAP-armen Ernährung unter Führung durch eine spezialisierte Ernährungsberatung.

Hilft eine begleitende Psychotherapie? Was ist mit Akupunktur?

Es gibt wissenschaftlich gute Belege für die Wirksamkeit einer begleitenden Psychotherapie. Insbesondere für Hypnose konnten in den letzten Jahren gute Effekte gezeigt werden, die allerdings bislang in der Schweiz nur wenig angeboten wird. Auch eine Verhaltenstherapie und progressive Muskelrelaxation haben Wirksamkeit gezeigt.

Für die Wirksamkeit von Akupunktur gibt es in grossen Studien keine überzeugenden Ergebnisse. Dies heisst allerdings nicht, dass es keine Patienten gibt, die von Akupunktur profitieren. Eine generelle Empfehlung hierfür kann aus ärztlicher Sicht aber nicht gegeben werden.

Muss man die Ernährung anpassen? Gibt es eine „Reizdarmdiät“?

Eine für alle Patienten nutzbare „Reizdarmdiät“ gibt es nicht. Viele Patienten beschreiben allerdings eine Zunahme ihrer Beschwerden nach Genuss bestimmter Nahrungsstoffe wie Fett, Hülsenfrüchte, rohes Gemüse, Gewürze, Alkohol, Kaffee und Milchprodukte. Jede Nahrungsaufnahme, auch bei Gesunden, verursacht Kontraktionen von Dünn- und Dickdarm. Bei Personen mit Reizdarmsyndrom kann diese natürliche Reaktion, der Stuhl-Drang früher auftreten und von Krämpfen und/oder Durchfall und/oder Blähungen begleitet sein. Bei starken Blähungen und/oder Durchfall kann eine FODMAP Diät hilfreich sein.

Echte Nahrungsmittelallergien sind generell, und auch beim Reizdarmsyndrom, äusserst selten. Eine Testung mittels spezifischer Allergentests bringt selten etwas, verunsichert aber viele Patienten. Generell sollten Änderungen der Ernährungsform idealerweise unter begleitender professioneller Ernährungsberatung erfolgen.

Welche Rolle spielt Stress?

Emotionaler oder körperlicher Stress kann bei Menschen mit zu einer gesteigerten Empfindlichkeit des Darmes und zu Störungen der DarmmotilitätDie Bewegungen, die die Darmmuskulatur vollbringt, um den Darminhalt zu transportieren. führen, wobei die Beschwerden durch Stress und psychische Belastung ausgelöst oder verstärkt werden. Stress als alleinige Ursache des Reizdarms ist aber unwahrscheinlich.

Wie wird sich die Krankheit in der Zukunft verhalten? Gibt es eine Heilung?

Eine Behandlung, die einen ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) „heilt“ gibt es nicht. Der ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) verschwindet aber oft, ohne dass klar ist weshalb. Bei der Therapie geht es um Symptomkontrolle, da bei manchen Patienten die Lebensqualität, Leistungs- und Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt ist. Die Beschwerden können über einen sehr langen Zeitraum (Jahre) bestehen und während dieser Zeit an Intensität zu- oder abnehmen. Auch längere beschwerdefreie Phasen sind häufig. Die Hälfte der Betroffenen wird über einen Zeitraum von 7 Jahren spontan oder nach entsprechender Behandlung wieder beschwerdefrei.

Die Behandlung des Reizdarmes richtet sich nach den vorherrschenden Symptomen, mit dem Ziel, Schmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung zu beseitigen oder zumindest zu lindern. In Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und den vorwiegenden Symptomen wird ein individueller Therapieplan erstellt. Wichtig für den Behandlungserfolg ist, dass die Betroffenen über den gutartigen Charakter des Reizdarmsyndroms aufgeklärt sind, insbesondere um Ängste vor einer schweren Erkrankung (v.a. Krebsangst) zu nehmen.

Der weitaus grösste Teil der Patienten leidet an leichten bis mittelschweren Symptomen, die durch ärztliches Gespräche, medikamentöse Behandlung und Vorschläge zur Änderung der Ernährung und des Lebensstils deutlich gebessert werden können. Im Gegensatz dazu steht eine geringere Anzahl an Patienten mit schweren Reizdarmsyndrom. Diese Gruppe beträgt etwa 3-5 Prozent der Patienten, die in ständiger ärztlicher Behandlung stehen. Bei diesen Patienten sind oft therapieresistente Schmerzen mit psychosozialen Problemen assoziiert.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Reizdarm und anderen Darmerkrankungen als Darmkrebs?

Ein ReizdarmFunktionelle Darmerkrankung ohne organische Ursache mit Schmerzen im Unterbauch und verändertem Stuhlverhalten (= Colon irritabile, spastisches Kolon, Reizdarmsyndrom, Englisch: Irritable bowel syndrome (IBS)) kann z.B. durch einen Magen-Darminfekt ausgelöst werden. Die Beschwerden bleiben dann, obwohl der akute Infekt längst ausgeheilt ist. Auch Patienten mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung können im entzündungsfreien Intervall Reizdarmsymptome habe. Ein gesteigertes Risiko für solch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Reizdarmpatienten besteht allerdings nicht.

Viele Patienten entwickeln im Verlauf Ihres Lebens Ausbuchtungen der Darmwand, insbesondere im unteren Teil des Dickdarms (sogenannte DivertikelAusstülpungen der Darmwand in die Bauchhöhle. Sehr häufig und ohne dass es Beschwerden verursacht, ausser sie entzünden sich (Divertikulitis).). Diese können, auch wenn im Blut keine Entzündungsmarker festzustellen sind, reizdarmähnliche Beschwerden verursachen. Eine erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Divertikeln oder deren Entzündung (Divertikulitis) besteht aber auch hier nicht.