Darmkrebs Vorsorge

Seit diesem Jahr wird in der Schweiz die Vorsorgeuntersuchungen zur Verhütung und Früherkennung von Darmkrebs (so genanntes Screening) durch die Krankenkassen übernommen. Man kann als Vorsorgeuntersuchung entweder einen Stuhltest auf verborgenes Blut oder eine Dickdarmspiegelung machen lassen.

Was ist Darmkrebs?

Darmkrebs ist ein bösartiger Tumor des Dickdarms. Er ist die dritthäufigste Krebsart. Etwa 5% der Bevölkerung erkrankt im Verlauf des Lebens an Darmkrebs. Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken steigt mit dem Alter. Darmkrebs entsteht meistens sehr langsam aus anfangs harmlosen Polypen im Dickdarm. Polypen sind gutartige Tumorvorstufen, können aber im Verlauf von Jahren, zu Krebs werden. Werden diese entdeckt und entfernt oder wird der Darmkrebs in einem Frühstadium entdeckt, ist er fast immer heilbar.

Wer bekommt Darmkrebs?

Man nimmt an, dass Ernährungsgewohnheiten, Rauchen, Übergewicht und vieles mehr eine Rolle spielen. Auch erbliche Faktoren sind von Bedeutung. Obwohl man viele dieser Risikofaktoren studiert hat, lässt sich keine Massnahme ergreifen, um Darmkrebs sicher zu verhüten, ausser einer Vorsorgeuntersuchung.

Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es?

Zur Verfügung stehen Darmspiegelung oder ein Stuhltest auf unsichtbares Blut im Stuhl. Die Darmspiegelung wird von einem Facharzt für Magendarmkrankheiten gemacht. Den Stuhltest bietet der Hausarzt an. Beide Methoden sollten ab dem 50sten Lebensjahr durchgeführt werden. In der Schweiz werden die Untersuchungen dann bis zum 69sten Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen. Der Stuhltest muss alle 2 Jahre gemacht werden, damit ein optimaler Schutz erreicht wird. Die Darmspiegelung wird nach 10 Jahren wiederholt.

Was muss man zum Stuhltest wissen?

Der Stuhltest ist sehr einfach und schnell durchführbar. Vor allem die neuartigen Stuhltests auf Blut können Darmkrebs recht gut erfassen und erlauben bei regelmässiger Durchführung, dass man Darmkrebs frühzeitig erkennt.  Ein positiver Stuhltest muss immer anschliessend mittels Darmspiegelung abgeklärt werden. Die Tumorvorstufen (Polypen) findet der Stuhltest aber schlechter als die Koloskopie. Der Stuhltest ist eine Alternative zur Darmspiegelung bei Menschen, die diese nicht direkt durchführen lassen wollen.

Was muss man zur Darmspiegelung wissen?

Der grosse Vorteil der Darmspiegelung als Vorsorgemassnahme gegen Darmkrebs ist, dass sie dank Entdeckung und Entfernen der Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) die Entstehung des Krebses oft verhindern kann, ehe dieser überhaupt entsteht.

Für die Spiegelung muss der Darm zuerst gereinigt werden. Das Abführen wird von einem Teil der Leute als unangenehm empfunden. Die Spiegelung selbst kann heute dank besserer Technik und Medikamenten mehrheitlich beschwerdefrei durchgeführt werden. Selten können dabei auch Komplikationen vorkommen, vor allem wenn der Arzt Polypen findet und diese entfernt.

Was sind die Unterschiede der beiden angebotenen Methoden?

Der Stuhltest ist einfach und ohne grossen Aufwand machbar. Allerdings muss er alle 2 Jahre wiederholt werden. Die effizienteste Methode zur Verhütung des Darmkrebses ist die Darmspiegelung, da sie nicht nur das Karzinom in einem sehr frühen Stadium finden kann, sondern die Entstehung des Karzinoms sogar oft verhindern kann. Bei unauffälliger Dickdarmspiegelung genügt es, wenn man sie einmal alle 10 Jahre machen lässt.

Sollte man auch bei Beschwerden zur Vorsorgeuntersuchung gehen?

Die Vorsorgeuntersuchung zur Verhütung von Darmkrebs ist für Menschen ohne Beschwerden und ohne erhöhtes Risiko vorgesehen! Bei erhöhtem Darmkrebsrisiko darf kein Stuhltest gemacht werden, sondern es muss eine Darmspiegelung erfolgen. Das gilt auch ganz speziell für Patienten mit Beschwerden, z.B. bei Blut im Stuhl, Schmerzen oder Änderungen des Stuhlganges.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Darmkrebs?

Familien, bei denen bereits verschiedene Krebserkrankungen aufgetreten sind, können ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs tragen. Bei diesen Menschen kann Darmkrebs bereits in jüngerem Lebensalter auftreten. Deshalb muss frühzeitig der Hausarzt oder der Spezialist konsultiert werden. Zu andern speziellen Risikosituationen gehören die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Auch hier muss der Spezialist sagen, wann eine Vorsorge Sinn macht. Das Risiko an einem Darmkrebs zu erkranken ist generell bei Leuten erhöht, bei denen bereits in der Familie ein Darmkrebs vorkam, vor allem, wenn der Angehörige jung war. Zusätzlich haben Raucher und Leute mit massivem Übergewicht gehäuft Darmtumoren.

Wie wirksam ist die Vorsorgeuntersuchung?

Wird der Darmkrebs in einem sehr frühen Stadium gefunden, kann er meistens geheilt werden. Gelegentlich ist dazu nicht einmal eine Operation notwendig, sondern der Tumor kann bereits bei der Spiegelung entfernt werden. Wird bei Leuten ohne Beschwerden eine Dickdarmspiegelung zur Vorsorge durchgeführt, wird ein allfälliger Darmkrebs bei über 70% in einem derartigen heilbaren Frühstadium gefunden.

Auch mit dem Stuhltest auf Blut kann der Darmkrebs in einem frühen heilbaren Stadium gefunden werden. Allerdings werden die Vorstufen (Polypen) seltener gefunden, so dass die Verhinderung der Darmkrebsentstehung schlechter ist. Ist ein Testbefund positiv, d.h. wird Blut im Stuhl nachgewiesen, muss anschliessend der Darm durch eine Darmspiegelung untersucht werden.

Kann man trotz Vorsorgeuntersuchung Darmkrebs bekommen?

Leider kann bei jeder Methode Darmkrebs übersehen werden. Eine gut durchgeführte Darmspiegelung findet Darmkrebs in praktisch allen Fällen (>98%); kleine Polypen können in bis zu 20% übersehen oder nicht gefunden werden. Der Stuhltest erfasst Polypen seltener (unter 50%) als die Darmspiegelung und meist nur, wenn sie schon recht gross sind. Der Darmkrebs selbst wird mit den neueren Stuhltest auch nur selten verpasst; man kann annehmen dass 70-80% gefunden werden.

  • Darmkrebsvorsorge ab dem 50sten Lebensjahr ist sehr empfehlenswert!
  • Am wirksamsten ist eine Darmspieglung (einmal alle 10 Jahre).
  • Die Darmspiegelung ist nicht nur Früherkennung, sondern echte Prävention, da Darmpolypen entfernt werden und deshalb Krebs gar nicht entsteht.
  • Moderne Stuhltests, alle 2 Jahre, sind eine Alternative für alle, die nicht direkt zur Koloskopie kommen wollen.